Am 11. Juli 2026 feiert der Arbeitskreis Asyl Eningen im Rahmen des 6. Interkulturellen Begegnungsfestes sein 11- jähriges Jubiläum
Ein Blick zurück:
Ende 2014 wurde aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation von engagierten Bürger*innen zusammen mit der Gemeindeverwaltung Eningen der „Arbeitskreis Asyl“ gegründet.
Aufgrund der unmenschlichen Zustände (Krieg ,Verfolgung, Unterdrückung, Armut ..) waren und sind viele Menschen gezwungen, ihre Heimatländer zu verlassen und nach Europa zu fliehen. Auch in Eningen kamen die ersten geflüchteten Menschen an und hofften auf Hilfe und Unterstützung.
Viele ehrenamtliche Mitbürger*innen organisierten und halfen mit, die ersten Flüchtlinge im Dezember 2015 in der Notunterkunft im ehemaligen Fabrikgebäude Vallon in Eningen willkommen zu heißen.
Es bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen (Sprache, Verfahrensberatung, Alltagsbegleitung, Kleiderkammer, Asyl-Café) und es folgten mit großem Engagement aller Beteiligten die Einrichtung der Kleiderkammer in der Achalmschule, das erste Asylcafé im Gemeindezentrum der Andreaskirche, das Möbellager und die Fahrradwerkstatt im alten Vallon-Gebäude. Die ersten Sprachkurse wurden angeboten und dankbar in Anspruch genommen. Die AG Recht und Verfahren unterstützte die geflüchteten Menschen bei Fragen zu Asylverfahren und Asylrecht.
Am 08.12.2016 konnten das neue Asyl-Café und der Welcome-Shop (vormals Kleiderkammer) in den neuen Räumlichkeiten Im Grund 4 eröffnet werden. Dort befinden wir uns noch heute und freuen uns jeden Donnerstag, unsere großen und kleinen Gäste zu empfangen.
Wir blicken auf 11 Jahre voller Herausforderungen, Erfolge, Rückschläge und unzählige menschliche und berührende Begegnungen zurück.

Das erste Begegnungsfest fand vor 10 Jahren auf der Pfarrwiese der katholischen Kirche statt. Und fast auf den Tag genau am 11. Juli 2026, am gleichen Ort, feiern wir nun unser Jubiläum, gemeinsam mit der Gemeinde Eningen, den Ev. und Kath. Kirchengemeinden, Pro Juve, kult´19 und EKI. Unser Fest beginnt um15.00 Uhr auf der Pfarrwiese der Kath. Kirche, Hegelweg, in Eningen. Ein buntes Programm erwartet Sie: Internationale kulinarische Köstlichkeiten, ein buntes Musikprogramm mit TüFolk und Hamudis Saz-Gruppe, Luftballonstart, Spielestraße für die kleinen Gäste und vieles mehr.
Seien Sie alle herzlich willkommen!

GEAS-Anpassungsgesetz: maximale Härte gegen Geflüchtete
Wie alle EU-Mitgliedstaaten ist die Bundesregierung verpflichtet, bis zum 12. Juni 2026 die auf Unionsebene beschlossene GEAS-Reform umzusetzen. Dabei hat sie den ihr gewährten Umsetzungsspielraum maximal zu Ungunsten von Geflüchteten ausgeschöpft. Es drohen Entrechtung, Inhaftierung (sogar von Kindern) und versperrte Wege zu dem Recht auf Asyl.
Hier der Link zu PRO ASYL: https://www.proasyl.de/news/geas-anpassungsgesetz-maximale-haerte-gegen-gefluechtete/
Schmerlenbacher Erklärung zum Flüchtlingsschutz
In Zeiten der zunehmenden Angriffe auf Menschenrechte und Flüchtlingsschutz müssen der Rechtsstaat und die Rechte von Flüchtlingen verteidigt werden.


PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte kritisieren systematische Zerschlagung von Unterstützungsstrukturen für Geflüchtete
23.03.26 Pressemitteilung von Flüchtlingsrat Baden-Württemberg
Die Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL warnen vor einer kalkulierten und systematischen Zerstörung von zivilgesellschaftlichen Unterstützungsstrukturen für Geflüchtete. Dazu gehören die Kürzungen bei Integrationskursen ebenso wie die vorgesehene Streichung der unabhängigen Asylverfahrensberatung.
Der Abbau unabhängiger Beratungsangebote ist keine zufällige politische Entscheidung. Er ist Ausdruck eines umfassenden Angriffs auf gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Strukturen – auf nationaler wie auf europäischer Ebene. Und das bei gleichzeitig wachsendem Beratungsbedarf von Geflüchteten, denn die Schutzquote beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sinkt deutlich, trotz einer massiven Ausweitung von Konflikten und Kriegen in zahlreichen Herkunftsländern.
„Unabhängige Asylverfahrensberatung ist kein Zusatzangebot, sondern eine zentrale Voraussetzung für faire und funktionierende Verfahren. Wer diese Strukturen abbaut, greift in die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaats ein“, sagt Helen Rezene, Geschäftsführerin von PRO ASYL. Damit werden gezielt die Rechte von Menschen geschwächt, die ohnehin zu den verletzlichsten Gruppen gehören. Der Schutz gesellschaftlicher Minderheiten ist jedoch Teil der demokratischen DNA und unverzichtbar für einen funktionierenden Rechtsstaat.
„Besonders alarmierend ist, dass der gesetzliche Anspruch auf unabhängige Beratung zwar formal laut Paragraf 12a Asylgesetz besteht, in der Praxis jedoch faktisch auf Null gedreht wird“, so Leonie Melk vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein beim bundesweiten Treffen von Landesflüchtlingsräten und PRO ASYL in Kiel.
Diese Entwicklung steht exemplarisch für den systematischen Abbau zivilgesellschaftlicher Infrastruktur. Wenn bei der Vorbereitung auf ein komplexes und existentielles Verfahren und möglicherweise fehlerhaften Bescheiden gleichzeitig die Beratung wegbricht, wird effektiver Rechtsschutz faktisch unmöglich. Hinzu kommen strukturelle Probleme: Chaos im Asylverfahren und eine massive Zunahme von Klagen sind absehbare Konsequenzen.
Diese Politik hindert Schutzsuchende zudem daran, an der Gesellschaft teilzuhaben, verschärft Ausgrenzung und Unsicherheit und verursacht individuelles Leid.
Die Landesflüchtlingsräte und PRO ASYL fordern:
– eine flächendeckende, unabhängige Asylverfahrensberatung
– Integrationskurse für alle Schutzsuchenden
– eine dauerhafte finanzielle Absicherung der Beratungs- und Unterstützungsstrukturen


